Vor über 125 Jahren haben sich honorige Herren der Grazer Gesellschaft zusammengefunden um den „Jägerklub Hubertusbrüder“ zu gründen.

Die Tradition der steirischen Jagd reicht weit zurück und macht die Steiermark zu einem klassischen und angesehenen Jagdland.

Zweck unseres Klubs: Förderung weidgerechten Jägertums und seiner überlieferten Gebräuche sowie die zeitgemäße Jagdausübung.

Der Jägerklub Hubertusbrüder hat wohl auch wegen seiner steten Bemühungen um eine gute Zukunft der Jagd die Zeiten überdauert und immer wieder Menschen gefunden, die seine Prinzipien weitergetragen haben.

 

Jagdverein Jägerverein Steiermark, Hubertusbrüder Graz

Jagdverein – Jägerverein – Jäger – Steiermark
Jägerklub Hubertusbrüder Graz

Im Jahr 1886 wurde der JagdvereinJagdklub Hubertusbrüder in Graz ins Leben gerufen. Im Mai 2011 feierte man den 125. Gründungstag. Die Hubertusbrüder sind somit einerseits Beweis dafür, dass es Möglichkeiten gibt, viele historische Veränderungen zu überstehen. Die Hubertusbrüder existierten auch während der vereinslosen Zeit des Krieges als „Stammtischrunde“ weiter.  Sie sind andererseits auch Beweis dafür, dass es Möglichkeiten gibt, eine Kontinuität über Generationen zu bewahren, soweit sich Persönlichkeiten finden, welche auch bereit sind, für übergeordnete Ziele einer Gruppe einzutreten.

„Die Gründung unseres ‚Jägerklubs Hubertusbrüder‘ erfolgte in Graz im Jahre 1886 – also vor mehr als 125 Jahren – und damit in einer Zeit eines immensen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwunges in der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Einige gleichgesinnte honorable Herren der Grazer Gesellschaft fanden sich zusammen, um nicht nur gemeinsam zu jagen, sondern auch den Prinzipien der Weidgerechtigkeit dienlich zu werden. Es war aber nicht nur eine Jagdgesellschaft, sondern auch eine gesellige Runde zur Pflege der Freundschaft und der jagdlichen Kameradschaft. An diesen Prinzipien halten wir bis zum heutigen Tage fest.“

Wie kann man Mitglied werden?
Als Voraussetzung für die Mitgliedschaft erachtet unser Klub – neben der Empfehlung und der Einführung durch ein aktives Mitglied – die genannten Prinzipien der Weidgerechtigkeit, der Freundschaft und der jagdlichen Kameradschaft. Dabei ist uns insbesondere allgemeines und jagdlich einwandfreies Verhalten ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche Stellung des einzelnen Mitgliedes besonders wichtig. Unser Klub war immer auf einen gewissen elitären Zuzug bedacht, wobei dieser stets in Form anständiger und weidgerechter Weidmänner und nicht in finanzieller oder gesellschaftlicher Position zu erblicken war.

125 Jahre Verbundenheit - Jägerklub Hubertusbrüder Graz

125 Jahre Verbundenheit – Jägerklub Hubertusbrüder Graz

 

Wie viele Mitglieder haben die Hubertusbrüder derzeit und
aus welchen Branchen kommen diese?

Wir haben derzeit rund 40 Mitglieder, die hauptsächlich aus dem Großraum Graz stammen. Es gibt jedoch auch Mitglieder aus anderen teilen der Steiermark, sogar aus Wien. Man kann sagen, dass in der Mitgliederstruktur unseres Klubs nahezu alle Berufs- und auch Bevölkerungsgruppen anzutreffen sind. Besonders erfreulich ist aber der Umstand, dass seit einigen Jahren ein sehr starkes Interesse der Jugend an unserem Klub und an unseren Aktivitäten zu verzeichnen ist. Zahlreiche junge Jäger sind als Mitglieder zu uns gekommen und bereichern unser Vereinsgeschehen sehr.

Was sind die Ziele und Visionen der Hubertusbrüder?
Unsere Vereinssatzungen beschreiben den Zweck unseres Klubs in der Förderung weidgerechten Jägertums und seiner überlieferten Gebräuche sowie die zeitgemäße Jagdausübung. Dazu dienen nicht nur die Zusammengehörigkeit und die Geselligkeit im Klub, sondern vor allem auch die Pflege des Austausches von Erfahrungen als auch die Veranstaltung von Vorträgen und Diskussionsrunden zu jagdlichen und naturwissenschaftlich relevanten Themen. Einen Teil unserer gelebten Weidgerechtigkeit stellen auch regelmäßige jagdliche Übungsschießen dar.

Was sind wichtige jagdliche Themen für die Hubertusbrüder?
Wir befassen uns mit unterschiedlichen jagdlichen Bereichen, wobei uns auch Fragen um die Zukunft der Jagd sehr am Herzen liegen. Neben jagdlichen Belangen ist uns auch der Themenkomplex Natur und Umwelt von besonderer Wichtigkeit. Als Hubertusbrüder haben wir stets ein offenes Ohr für jene Fragen, die mit dem Natur- und Umweltschutz in Zusammenhang stehen und das Wohlergehen gesamter Ökosysteme betreffen.

Welche Traditionen lebt man im Verein?
Neben gemeinsamen Jagden in den Revieren einzelner Mitglieder veranstalten wir auch jährlich eine eigene große Klubjagd, sozusagen unsere Hubertusjagd, wobei wir in den vergangenen Jahren sowohl eine Niederwildjagd als auch eine Riegeljagd auf Rotwild und Schwarzwild ausgerichtet haben. Dieser Höhepunkt der jährlichen jagdlichen Aktivitäten ist auch als besonders geselliges Ereignis dazu gedacht, die Vertiefung unserer jagdlichen Kameradschaft und unsere gegenseitige Verbundenheit zu pflegen. Tradition haben aber auch gemeinschaftliche Vereinsaktivitäten mit unseren Frauen – wie unsere alljährliche gemeinsame Weihnachtsfeier oder auch eine Zusammenkunft zu Beginn der Urlaubszeit im Sommer.

Tradition haben aber auch gemeinschaftliche Vereinsaktivitäten mit unseren Frauen

Tradition haben aber auch gemeinschaftliche Vereinsaktivitäten mit unseren Frauen

 

Gibt es historisch-jagdliche Vorbilder, an denen man sich orientiert?
Die Hubertusbrüder als aktive Jäger haben es in den vergangenen 125 Jahren stets als ihre Pflicht empfunden, in den jagdlichen Organisationen unseres Landes aktiv mitzuarbeiten. Wir sind daher natürlich auch Mitglieder in anderen bedeutenden Jagdvereinigungen unseres Landes. Hier verweisen wir auch mit Stolz auf prominente Vertreter unseres Klubs, welche in der Steirischen Landesjägerschaft oder auch im Steirischen Jagdschutzverein entscheidende Rolle gespielt haben. Stellvertretend erwähnen möchte ich hierbei unseren ehemaligen Obmann und späteren Landesjägermeister der Steiermark, Dr. Richard von Kaan, Stabsjägermeister Karl Sedmak oder auch den ehemaligen Präsidenten des Steirischen Jagdschutzvereines, Dr. Rudolf v. Fritsch. Auch der ehemalige Hauptschriftleiter des ‚AnBLICK‘, Dr. Heribert Horneck, war Hubertusbruder und muss an dieser Stelle genannt werden.

Letztendlich fühlen wir uns unserem steirischen Prinzen Erzherzog Johann als historische Leitfigur der Steiermark, insbesondere auch in jagdlichen Belangen, besonders verbunden. Wir werden deshalb auch in Zukunft für die Jagd und das Weidwerk unseres Landes tätig bleiben.

Aktiv mitgestalten
Unser Klub entfaltete stets ein reges gesellschaftliches Leben und nahm maßgeblich an den Veranstaltungen der steirischen Jägerschaft und des öffentlichen Lebens teil. Unter den Festveranstaltungen, an denen sich die Hubertusbrüder beteiligten, seien hier nur die Einweihung des Erzherzog-Johann-Brunnens am Grazer Hauptplatz im Jahr 1895, der Wiener Festzug zur Kaiserhuldigung anlässlich des 60. Thronjubiläums des Herrschers 1908 und der steirische Jägerfestzug 1924 erwähnt. Das Wurftaubenschießen wird im Klub seit 1892 gepflegt. Auch die Jagdhundezucht stand stets im Mittelpunkt des Interesses der Hubertusbrüder. Viele Mitglieder wirkten in den einzelnen Züchtervereinen mit. Unser langjähriger Obmann Heinrich Graf Attems Heiligenkreuz hat als Züchter und als Richter jahrzehntelang im Jagdspanielklub mitgearbeitet.

Auch im Stiften von Ehrenpreisen hat sich unser Klub in den vergangenen hundert Jahren häufig hervorgetan. Viele Hubertusbrüder führen auch gegenwärtig Jagdhunde. Unser Klub hatte stets ein offenes Ohr für Meinungen, die mit der Jagd, mit dem Natur- und Umweltschutz in Zusammenhang stehen. Aus diesem Grunde werden regelmäßig Vortragende aus dem In- und Ausland und freilich auch aus den eigenen Reihen gebeten, über aktuelle Fragen der erwähnten Gebiete Referate zu halten.